Interview mit Shirin Donia

Mit Shirin Donia



Stammst du aus einer Künstler-Familie?

Ja, meine ganze Familie ist schon seit vielen Generationen künstlerisch tätig. Also war es quasi unumgänglich, dass ich schon als sehr kleines Kind zwischen Farben und Leinwänden aufgewachsen bin. Die meiste Zeit meiner Kindheit verbrachte ich auf dem Boden liegend und malend.



Was hättest du gemacht oder in welchem Beruf würdest du arbeiten, wenn du nicht Künstlerin wärst?

Gute Frage, das fragen mich meine Kinder auf oft. Ehrlich gesagt, ich habe keine Antwort. Es gibt keine andere Option, da ich nicht das Gefühl habe, dass ich Künstler geworden bin, sondern es schon immer war. Aber wenn ich etwas anderes als Beruf wählen müsste, so wäre es ggf. im Bereich Film bzw. Filmanimation oder Ähnliches, vielleicht auch Innenarchitektin oder etwas Handwerkliches, Schreinerin oder Landschaftsgärtnerin. Egal was der Beruf wäre, in irgendeiner Form müsste es etwas damit zu tun haben, etwas zu erschaffen.


Was liebst du an deinem Beruf / „deiner Berufung“ als Künstlerin am meisten?

Es gibt nichts, dass ich nicht absolut liebe rund um meinen "Job". Aber am meisten liebe ich die Freiheit die damit einher geht. Auch die Freiheit immer kreativ sein zu dürfen.


Um was geht es in deinen Werken?

Ich setzte mich mit Dingen auseinander die mich beschäftigtigen. Das ist sehr unterschiedlich, von sozialkritisch, selbstreflektierend hin zu motivierend. Die Themen versuche ich dann die Ästhetik und den Ausdruck einer Person, überwiegend weiblicher Personen, auszudrücken. Häufig verwende ich auch typografische Elemente, welche die Botschaft unterstreichen.


Woher nimmst du die Inspiration? Die Ideen? Was beeinflusst dich?

Mit der Inspiration ist das auch so eine Sache. Irgendwie inspiriert mich fast alles. Vielleicht auch ein Grund, warum mir die Ideen nie ausgehen. In erster Linie sind es wohl die Menschen, gute Menschen, schlechte Menschen, schöne Menschen, interessante Menschen und entsprechende Situationen und Gefühle. Aber auch die Natur, Architektur, Design, Fotografie, Materialien, Stoffe. Eigentlich tatsächlich alles. Ich sehe oder erlebe eine Situation und habe direkt ein Gemälde vor Augen. Häufig sieht der Betrachter am Ende „nur“ ein schönes Portrait, aber wer möchte und sich die Zeit nimmt, wird immer einen tieferen Inhalt finden.


Gibt es einen Künstler / Künstlerin, der dich besonders beeindruckt hat?

Andere Künstler inspirieren mich natürlich auch. Allerdings in erster Linie ihr Werdegang, wie sie als Person auf mich wirken und nicht so sehr ihre Kunst. Ich bewundere Sie, aber ich möchte künstlerisch bei mir selber mit meinen Werken bleiben und versuche mich nicht an den Arbeiten anderer Künstler zu orientieren. Wer mir besonders gefällt ist die amerikanische Künstlerin Ashley Longshore, ich finde die Art wie sie sich präsentiert unglaublich erfrischend und echt.


Wo siehst du dich in 5 Jahren?

Ich habe einen 20 Jahresplan den ich mich schon sehr detailliert "ausgemalt" habe, aber auf 5 Jahre habe ich es noch nicht geschafft herunter zu brechen. Mit anderen Worten, ich kenne das "Endziel" wo ich künstlerisch hin will, aber muss die Etappen noch genauer definieren. Eins ist aber klar, ich werde sowohl in 5, als auch in 20 und hoffentlich auch in 50 Jahren noch, sehr viel malen.

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