Interview mit Ute Bivona

Mit Ute Bivona



Stammst du aus einer Künstler-Familie?

Es gab vielleicht einige künstlerische Ambitionen, aber eher im darstellenden Bereich. Mein Grossvater war zwar Laienschauspieler und meine Mutter hat klassisches Ballett gelernt und ist damit auch in ihrer Jugend aufgetreten, aber es gab keine konstante künstlerische Tätigkeit.



Was hättest du gemacht oder in welchem Beruf würdest du arbeiten, wenn du nicht Künstlerin wärst?

Ich habe einige Jahre als Kommunikations-Designerin gearbeitet und später lange Jahre in einem internationalen Dienstleistungsunternehmen. Ich habe dort zwei Abteilungen mit insgesamt 8 Mitarbeitern geleitet, im 1st Level Support für internationale Kunden in fünf Sprachen und im Customer Service für Akzeptanzpartner unserer Produkte. Ich gehe gern auf Menschen zu, baue Vertrauensbeziehungen auf und pflege sie. Ich habe in dieser Zeit IT, Prozess- und Qualitätsmanagement, Marketing, Statistik und Reporting gelernt, es hat Spaß gemacht, was ich vorher nie gedacht hätte, aber heute kann ich mir keine andere Tätigkeit als die Malerei mehr vorstellen. Die Malerei ist sozusagen Grundvoraussetzung für meine seelische Hygiene.


Was liebst du an deinem Beruf / „deiner Berufung“ als Künstlerin am meisten?

Ich liebe es, mich meiner Intuition zu überlassen, ganz bei mir zu sein, IN meinen Bildern, im Hier und Jetzt. Alles fließt in die Malerei mit ein: Erfahrungen, Emotionen, Wünsche und Visionen. Was ich natürlich über alles liebe, ist Farbe, ob Aquarell, Acryl, oder Ölfarbe, die Konsistenz, die ich besonders bei meiner Fingermalerei erfühle, das verstreichen, das auftupfen, das ineinenander laufen lassen, ist eine sehr sinnliche Erfahrung. Ich liebe es, mit starken, vibrierenden Farben zu arbeiten, weil diese mir unendliche Freude und Leichtigkeit bringen und dass ich genau diese auf die Leinwand bringen darf!


Um was geht es in deinen Werken?

In meinen farbstarken Werken spiegelt sich die tiefe innere Freude, die Beschwingtheit, aber auch der innere Frieden, der mich inmitten von Natur ergreift und sich auf den Betrachter überträgt. Je grauer der Tag, je dunkler die Stunden, umso lebhafter und bunter sind meine Werke. Jedes Werk lädt dazu ein, zu verweilen, sich zu erinnern an Momente des Glücks bei einem Spaziergang, als man im Frühling auf einer Bank saß und in den Farben der bunten Blumen schwelgte und sich daran nicht satt sehen konnte, oder dem Summen der Bienen im Garten lauschte und den Augenblick genoss. Meine expressive Handschrift überzeugt und berührt den Betrachter und lässt ihn immer wieder Neues entdecken.

Meine Kunst lässt Farbe tanzen, Strukturen vibrieren und inspiriert den Betrachter, in sie einzutauchen und das Leben in all seiner Farbigkeit und seinen Facetten zu feiern!


Woher nimmst du die Inspiration? Die Ideen? Was beeinflusst dich?

Ich gehöre zu den Künstlern, die abends mit Bildern im Kopf ins Bett gehen und morgens mit neuen Bildern wieder aufwachen. Die Natur ist eine stetige und nie versiegende Quelle für meine Kunst. Die Natur erfreut und heilt mich, gibt mir Kraft und lädt mich auf. Ich fange ein Bild oft mit völlig abstrakten Strukturen an und finde mich irgendwann im Prozess in bunten floralen Strukturen wieder. Ich versuche, Natur abzubilden - nicht, was man genau sieht, sondern was ich beim Anblick einer Blüte, eines Strauchs, eines Baums empfinde.


Gibt es einen Künstler / Künstlerin, der dich besonders beeindruckt hat?

Oh, da kommen mehrere KünstlerInnen in Betracht: natürlich Gerhard Richter, Anselm Kiefer und die unvergessene Joan Mitchell. Aber auch Wolf Kahn, der leider in seiner Heimat Deutschland kaum bekannt war, der aber begnadet war im Umgang mit Farbe, sowie seine Lebensgefährtin Emily Mason. Als gegenwärtige großartige Künstlerinnen muss ich aber unbedingt Jessica Zoob nennen, die ich persönlich verehre und schätzem, weil sie ein unglaublich liebenswerter Mensch ist und die ich um ihre traumhaften Ölbilder beneide und Krista Harris, deren Virtuosität in der Darstellung von Natur ihresgleichen sucht. Großartige Künstlerinnen!


Wo siehst du dich in 5 Jahren?

In 5 Jahren sehe ich mich wie heute jeden Tag in meinem Atelier, ob in diesem oder einem anderen größeren, malen. Mit bunten Farben auf großen und kleinen Leinwänden meine ganz eigenen glücklichen Welten erschaffen. Einige meiner Werke werden in den großen Museen dieser Welt hängen, so dass sich viele Menschen daran erfreuen können. Ambitioniert? Ja, durchaus, aber was ist der Künstler ohne Visionen?

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